MATRIX 2/2018 (52) • Made by Characters – Lyrik aus Georgien •

Leg alles offen auf den Tisch, den Wahnsinn der Gesellschaft, ihre Attitüden, ihre Auswüchse, und du wirst sofort, ohne das Recht, dich zu wehren, ihr Feind, das trojanische Pferd, der Unglücksbringer, das schwarze Schaf, der Irrsinnige, der in die Zwangsjacke gehört, eine unerschöpfliche Quelle der Abschreckung, damit allen die Lust vergeht, aus der Reihe zu tanzen. Klar: ein gefesselter kritischer Geist. Deshalb nimmt die Feigheit so oft und nicht zufällig „pazifistische“ Konturen an. (Aus dem Gedächtnis zitiert)

Ich bin eigentlich kein „Krieger“, aber es fällt mir schwer, ein „Pazifist“ im zitierten Sinne zu sein, auch wenn ich mich manchmal scheue, „die Karten offen auf den Tisch zu legen“. Aus zwei Gründen. Erstens, weil ich schon seit Langem – wenn überhaupt –
kein Spiel ohne Tricksereien erlebt habe. Zweitens, weil jeder Gewinn in der anderen Waagschale durch einen Verlust ausgeglichen wird. Jeder von uns kennt diese einfache Wahrheit, aber keiner will sie zur Kenntnis nehmen.

Albträume eines Verlegers
Mir geisterten im Laufe dieses Jahres Bilder des Schreckens durch den Kopf. Es ging um unseren Auftritt bei der Frankfurter Buchmesse 2018. Genauer gesagt, um unser Anliegen, Ihnen die georgische Literatur näherzubringen. Es wäre einfach zu behaupten, Georgien sei ein Land wie jedes andere, die georgische Literatur sei eine Literatur wie jede andere und so weiter und so fort. Doch dem ist nur so, wenn man alles aus der Ferne betrachtet. Wenn man aber versucht, sich zu nähern, ändert sich das Bild. Ich befürchtete also, dass die vertrauten Vorstellungen von georgischer Landschaft, Geschichte und Kultur sich verflüchtigen könnten. Es ist nicht einfach, mit solchen Ängsten umzugehen, wenn man sich schon seit Jahren um einige – nicht wenige – georgische Autoren und Werke gekümmert hat.
Nach etwa vierzig aus dem Georgischen übersetzten und veröffentlichten Titeln hätte ich leider immer noch nicht sagen können, dass alles reibungslos lief, dass ich mich über die Ergebnisse freuen könnte. Warum? Weil mich meine Albträume einfach nicht losließen und ich mich scheute, darüber zu sprechen.
Zu meinen angstbesetzten Vorstellungen gehörte, dass ich es mit einem sogenannten Übersetzer aus dem Georgischen zu tun haben könnte, der gar kein Georgisch kann. Weil ich, naiv oder dumm, ihn vorher nicht nach seiner Qualifikation und beruflichen Laufbahn als Übersetzer gefragt hatte.
Schreckensvisionen waren auch, dass ein sogenannter Herausgeber mir das von ihm betreute Buch erst nach dem verbindlichen Abgabetermin liefern und mir untersagen würde, es lektorieren bzw. korrigieren zu lassen. Dass er mich zwingen könnte, eine bestimmte Druckerei zu nehmen und – damit nicht genug – eine mir unbekannte Person als bevollmächtigte Vertretung des Verlags in einem mir fremden Land zu akzeptieren. Dass es sich um einen Herausgeber handelte, der sich selbst dazu ernannt hatte, erst nachdem das Buch unter Vertrag stand; ein Herausgeber, der sich zwischen Verlag und Druckerei drängen und das zum Druck geschickte Buch hinterher noch ändern könnte, ohne den Verlag zu informieren; ein Herausgeber, der dem Verlag verbieten würde, die Annahme der Bücher zu verweigern, falls sie nicht ordnungsgemäß gedruckt wären; ein Herausgeber, der den Verlag zwingen könnte, die Druckkosten zu begleichen, bevor die gedruckten Bücher überhaupt geliefert wären – mit dem Hinweis, dass andernfalls die von ihm bevollmächtigte Person ermordet würde, falls der Betrag nicht sofort auf das Konto einginge. Und wäre von so einem Herausgeber nicht auch zu erwarten, dass er im Namen des Verlags auf der Buchmesse eigenmächtig agieren könnte, ohne den Verleger davon in Kenntnis zu setzen?
Mich plagten aber noch andere Sorgen. Eine der qualifiziertesten Übersetzerinnen aus dem Georgischen hatte akzeptiert, für uns einen bekannten Roman ins Deutsche zu übersetzen. Doch statt diese Übertragung zu fördern, wollten die von den georgischen Behörden beauftragten Juroren einen Übersetzer favorisieren, der überhaupt kein Georgisch kann. Uns blieb also nichts anderes übrig, als das Buch auch ohne Förderung auf den Markt zu bringen. Und unsere Ausgabe sah sehr gut aus. Gelobt und in der Presse gut besprochen wurde allerdings die geförderte Ausgabe. Und eine ängstliche Stimme flüsterte mir ins Ohr, dass die Lobbyisten vermutlich nie schlafen.
Trotz meiner Befürchtungen und Ängste berichteten einige Zeitungen doch ziemlich positiv über „unsere“ Bücher. Und dann so etwas: „Sehr geehrter Herr Pop, wir hatten bei Ihnen die im Betreff erwähnte Anthologie bestellt und haben sie auch vor wenigen Tagen erhalten. Wir sind ziemlich erschrocken über den Zustand des Buches und das umso mehr, da es ja nicht ein sehr preiswertes Buch ist. Auch wenn neu, sieht es antiquarisch aus. Gelesen, beblättert, leicht angestoßen. Ich werde es so meinem Kunden anbieten. Sollte er den Zustand monieren, behalte ich mir eine Rückgabe zur Gutschrift vor.“
Wollen wir dies tatsächlich als unabänderlich hinnehmen? Gerade jetzt, wenn Georgien im Rampenlicht steht? Gerade jetzt, wenn wir endlich die Möglichkeit haben, dass georgische Autoren und Werke von der Leserschaft gewürdigt werden? Was wird aus unserem Fleiß, aus unseren durchgearbeiteten Nächten, aus unseren Träumen, etwas Gutes für uns, für die Welt und für die Weltliteratur getan zu haben? Und was wird aus der qualifizierten Übersetzerin, die alle Feinheiten der georgischen Sprache kennt, die sich seit Jahren für die georgische Literatur und Kultur einsetzt – und zwar nicht nur als Professorin an einer der besten Universitäten im deutschen Sprachraum, sondern auch durch zahlreiche Übersetzungen aus dem Georgischen? Was bleibt dann von unseren gelungenen Nachdichtungen von Lyrikern, die – wie eine renommierte Kritikerin meint – „in die oberste Weltliga gehören“? „Die größte Entdeckung: Lyrik und Dichter aus Georgien, die in die oberste Weltliga gehören, wie (große Empfehlung) Nika Jorjaneli und sein Band Roter Schein: ,Im Sommer vergeht kein Tag, ohne dass kleine Vögel in meine Küche fliegen. / Ein kaum zu hörendes Geräusch auf dem Linoleumboden verrät ihr Erscheinen, / das sind ihre winzigen Füße. / Und ich – ich weiß auch nicht warum – scheuche die Vögel nach draußen.‘“ (Iris Radisch, Die Zeit, Nr. 43/2018).
Wie schon gesagt, ich hatte Angst, dass die ganze Arbeit futsch sei, wenn nun alle in ein und denselben Topf geworfen werden. Es sah so aus, als ob ich wählen müsste zwischen „besser machen“ und „besser verkaufen“. Was könnte ich tun gegen die Lobbyisten, gegen die Tatsache, dass heutzutage mehr in die Verpackung als in den Inhalt investiert wird? Wie könnte ich gegen diese unverantwortliche Ignoranz und Verschwendung vorgehen? Wie könnte ich mich für die Werte einsetzen, die vor meinen Augen mit Füßen getreten werden? Was war das alles? Ein Albtraum? Oder Fiktion? Wie viel Angst darf ein Traum beinhalten? Und wie viel Realität? Wie viel Realität darf in die Fiktion einfließen? Und wie viel in ein Editorial? Wahrscheinlich brauchte ich diese kalte Dusche. Ich ahnte doch, dass für einige unserer Übersetzungen mehr Zeit nötig gewesen wäre, um wirklich dem Original gerecht zu werden. Ich ahnte doch, dass ein Übersetzer, egal wie gut er beide Sprachen beherrscht, zuerst die Sprache des Werkes selbst verstehen und vom allem lieben soll, damit der Text ihm unter die Haut geht, bevor er überhaupt mit seiner Arbeit anfängt. Ich ahnte doch, dass ich mir viel zu viel vorgenommen und vieles zu schnell aus der Hand gegeben hatte. Ich ahnte doch, dass mein Kleinverlag anders aussieht, als ich ihn sehe…

Nun sind wir aber Gastland. Und zwar alle. Egal wie wir heißen, egal ob wir Georgisch verstehen oder nicht, egal ob wir überhaupt wissen, wo Georgien auf der Europakarte liegt (viele denken ja, dass Europa an der EU-Ostgrenze endet), egal ob wir Kenner oder Neugierige, ob wir Verleger, Buchhändler oder Leser sind. Egal ob wir ausgeträumt haben oder weiterhin träumen. Trauen Sie sich einzutreten: Die georgische Welt steht uns offen – und das nicht nur so lange, wie wir Gastland sind. Danke dir, Georgien, dass ich dabei sein darf, danke euch allen für euer Vertrauen und eure Hilfe, danke euch allen, dass es euch gibt!

„Georgia – Made by Characters“
Seit dem 4. Jahrhundert nach Christus gibt es die georgischen Schriftzeichen – die 33 Buchstaben des einzigartigen Alphabets, das kürzlich zum UNESCO-Welterbe erklärt wurde. Unter dem Motto „Georgia – Made by Characters“ präsentierte Georgien auf der Frankfurter Buchmesse Werke, die in dieser Schrift geschrieben wurden, und damit auch die eigentlichen Charaktere: Autoren, Künstler, die Georgier und ihr Land.
„Georgien blickt auf eine 15 Jahrhunderte lange literarische Tradition und eine bewegte Geschichte zurück. Dieses kulturelle Erbe prägt und inspiriert zeitgenössische Autorinnen und Autoren auch heute noch. Auf der Frankfurter Buchmesse 2018 werden unsere Besucherinnen und Besucher aus aller Welt die lebendige Literaturszene des kaukasischen Landes entdecken.“ (Juergen Boos, Geschäftsführer der Frankfurter Buchmesse).
„[Die georgische Literatur] hat sich Schritt für Schritt neben der modernen Weltliteratur entwickelt und vermittelt ein klares Bild von dem Charakter der Nation, die sie hervorgebracht hat.“ Und weiter: „Wir wollen als Ehrengast unsere Antwort auf die Herausforderungen der modernen Welt präsentieren – die Antwort eines Landes, das so klein ist wie unseres und das seine historischen und kulturellen Erfahrungen mit der ganzen Welt teilen möchte.“ (Medea Metreveli, Leiterin des georgischen Ehrengast-Komitees).
Wie von unseren Mitstreitern erwartet, wurden die meisten Bücher, mit denen sich Georgien auf der Messe vorgestellt hat, nicht in Großverlagen veröffentlicht, sondern in Kleinverlagen. Mit mehr als 33 Titeln dürfen wir als einer der wichtigsten Unterstützer Georgiens auf dieser Buchmesse gelten. In der vorliegenden MATRIX-Ausgabe stellen wir Ihnen einige georgische Lyrikerinnen und Lyriker vor, u. a. Dato Barbakadse, Kato Dschawachischwili, Badri Guguschwili, Nika Jorjaneli, Rusudan Kaischauri, Eka Kevanischwili, Esma Oniani, Nino Sadghobelaschwili, Lela Samniaschwili, Irma Schiolaschwili, Amiran Swimonischwili und Mariam Ziklauri.
Die Essays „Gedanken über die Poesie“ von Esma Oniani sowie „Die ewig fließende Grenze zwischen Leben und Tod“ von Peter Gehrisch runden den georgischen Teil dieser Ausgabe ab. Ich stelle gerade fest, dass ich eines der besten Bücher, die überhaupt über Georgien geschrieben wurden, nicht erwähnt habe, und bitte Karl Wolff um Verzeihung: „Von Tiflis nach Tbilissi. Reise an den Ursprung einer Sehn-Sucht“ ist immer noch aktuell, auch wenn es mehr als zehn Jahre alt ist. Ich darf es sehr empfehlen.
Und last but not least haben wir von unseren Mitstreitern Klaus Martens und Barbara Zeizinger einige Texte für Sie ausgewählt. Im Bücherregal stehen diesmal Neuerscheinungen von Karl Ove Knausgård, Holger Benkel und Hellmut Seiler, die von unseren Rezensenten Pilar Baumeister, Ulrich Bergmann und Edith Ottschofski kritisch unter die Lupe genommen wurden.
Eine anregende Lektüre wünscht Ihnen
Traian Pop

Es signiert:
• Dato Barbakadse • Peter Gehrisch • Kato Dschawachischwili • Ela Gotschiaschwili • Badri Guguschwili • Nika Jorjaneli • Rusudan Kaischauri • Esma Oniani • Eka Kevanischwili • Nino Sadghobelaschwili • Lela Samniaschwili • Irma Schiolaschwili • Amiran Swimonischwili • Mariam Ziklauri • Klaus Martens • Barbara Zeizinger • Pilar Baumeister • Ulrich Bergmann • Edith Ottschofski •
Inhalt
Editorial / S. 3
Die Welt und ihre Dichter
Frankfurter Buchmesse 2018 • Gastland Georgien
Dato Barbakadse • Elf Gedichte / S. 9
Peter Gehrisch • Die ewig fließende Grenze zwischen Leben und Tod / S. 38
Kato Dschawachischwili • Zwei Gedichte / S. 47
Ela Gotschiaschwili • Zwei Gedichte / S. 52
Badri Guguschwili • Sieben Gedichte / S. 58
Badri Guguschwili • Die Metro der Illusion . Vier Gedichte / S. 68
Badri Guguschwili • Visuelle Gedichte / S. 78
Nika Jorjaneli • Neun Gedichte / S. 86
Rusudan Kaischauri • Zwei Gedichte / S. 103
Eka Kevanischwili • Zwei Gedichte / S. 106
Esma Oniani • Neun Gedichte / S. 111
Esma Oniani • Gedanken über die Poesie / S. 125
Nino Sadghobelaschwili • Zwei Gedichte / S. 147
Lela Samniaschwili • Drei Gedichte / S. 153
Irma Schiolaschwili • Drei Gedichte / S. 158
Amiran Swimonischwili • Elf Gedichte / S. 162
Mariam Ziklauri • Drei Gedichte / S. 174
Klaus Martens • Sechs Gedichte / S. 179
Atelier
Barbara Zeizinger • Die Reise . Prosa / S. 185
Bücherregal
Pilar Baumeister • Karl Ove Knausgård, Im Frühling. / S. 192
Ulrich Bergmann • Holger Benkel, fliegende wesen. / S. 195
Edith Ottschofski • Hellmut Seiler, Dieser trotzigen Ruhe Weg. / S. 201

MATRIX Nr. 1-2/2005 (1-2)

MATRIX Nr. 1-2/2005 (1-2)

Achtung, es rauscht! Hören Sie es? Nein, nicht in unseren blattlosen Wäldern. Die im Januar aufgewachten Herbststürme sind auch nicht gemeint. Es rauschen die Blätter von „Matrix“, aber in Wirklichkeit nur 30 Prozent der Beiträge dieser Ausgabe. Ungefähr die gleiche Anzahl hat Angst vor dem Rausch und ebenfalls 30 Prozent „leiden“ an einer anderen „Art von Rausch“. Aber freuen Sie sich ebenfalls über die restlichen 10 Prozent! Sie sind so gut, dass man allein beim Lesen, beim Träumen, beim Interpretieren einen Rausch bekommt und beim Sprechen darüber schwindelig wird wie nach einem Glas Champagner. Was mich daran erinnert, Ihnen liebe Leserinnen und Leser ein gutes und glückliches neues Jahr zu wünschen!
Das Erbe, das Atelier, das Debüt: Aus Freude an Literatur und Kultur rauschte und raschelte es am Redaktionstisch. Wir möchten mehr als Ihrem Bedürfnis nach kultureller Information nachkommen.
Luxemburg und Sibiu/Hermanstadt – Kultureuropas Hauptstädte, Una Notte Italiana, Wir brauchen Europa, 50 Jahre Exil-PEN-Club, Marathon, bacchus, Spielfleisch, Abhauen…, Das Hypomnema & Ich: kam: before the storm, Krümel: Die Titel liegen blank. Wenn andere sich fürchten, freut sie sich: Die Redaktion arbeitet als professioneller Rauschschmuggler.
Sollten Sie sich ohne Rausch und mit klarem Kopf einen Essay „über die gesetze der physik und modelle des universums“ gönnen? Sie haben die Qual der Wahl. „… dass eine mathematisch erfasste Kosmologiearbeit in einer literarischen zeitschrift erscheint, sollte eher mit einem bekämpfungsversuch der negativistisch-nihilistischen philosophien zu tun haben, die infolge der drei vorgeschlagenen szenarien für das verhalten des universums entstanden …“ erläutert uns der Autor Paul Pistea. Die neu eingerichtete Rubrik „Cogito“ ist nicht nur für Hawkings- oder Einstein-Fans gedacht!
Ankündigen darf ich Ihnen an dieser Stelle, dass die nächsten Matrix-Ausgaben nicht nur ein Titelthema haben werden, sondern mehrere Schwerpunkte, wie man an dieser Ausgabe schon erahnen kann.
Für die nächste Ausgabe haben wir Platz für literarische Beiträge, die dem Thema „Schriftsteller sein“ zugeordnet werden.
Ein Aufruf an jungen Autorinnen und Autoren, die bisher noch kein Buch veröffentlicht haben: Der Pop-Verlag wird demnächst einen Preis für das beste Lyrik- Manuskript (im Frühjahr) und einen für das beste Prosa- Manuskript (im Herbst) ausschreiben. Die prämierten Bücher werden veröffentlicht und andere gute Zusendungen in zwei Anthologien zusammengefasst. Genauere Konditionen erfahren Sie demnächst auf der Homepage des Pop-Verlags.
Ein berauschendes Leseerlebnis wünscht Ihnen
Traian Pop

Inhaltsverzeichnis

Editorial / S.3

Das Erbe
Francisca Ricinski-Marienfeld: „Der gute Europäer“ Stefan Zweig konnte nicht mehr warten / S.4
Reinhard Streit: Alfonsina Storni, Argentiniens berühmte Dichterin / S.6

Die Dichter dieser Welt / S.8
Valentino Zeichen: Gedichte / S.8
Francesco Macciò,: Gedichte / S.10
Angelo Tonelli: Gedichte / S.12
Gabriella Galzio: Gedichte / S.14
Massimo Daviddi: Gedichte / S.17
Karlhans Frank: Gedichte / S.20
Ioana Nicolaie: Gedichte/ S.22
Jan Goczol: Gedichte/ S.25
René Welter: Gedichte / S.26
Jean-Michel Bongiraud: Gedichte / S.28
Horst Samson: Gedichte / S.30
Herta Müller: Gedichte / S.33
Mircea Ivanescu: Gedichte / S.35
Merkez Gulijew: Fabel / S.36

Leuchttürme
Eine Erinnerung an Oskar Pastior von Jan Koneffke/ S.37
Iustin Panta: Gedichte / S.40

Essay
Uli Rothfuss: Kunst als Transmissionsriemen für die Gesellschaft Die Inszenierung als Aufgabe einer zeitgemäßen Kulturvermittlung /S.41

Signum
Uli Rothfuss: Gedichte / S.45

Atelier
Edith Konradt: Gedichte / S.46
Theo Breuer: Gedichte / S.49
Hellmut Seiler: Gedichte / S.53
Jochen Bauer: Gedichte / S.54
Reiner Wedler: Parodien / S.56
Ines Hagemeyer: Gedichte / S.58
Manfred Pricha: Gedichte / S.60
Maeco Kerler: Gedichte / S. 62
Joanna Lisiak: Gedichte / S. 63
Kerstin Becker: Gedichte / S.65
Urszula Usakowska-Wolff: Gedichte / S. 66
Dorothea Fleiss: Monographien / S. 67
Rolf Stolz: Prosa / S. 71
Markus Berger: Prosa / S. 72
Ioona Rauschan: Prosa / S. 75
Gerald Meyer: Prosa / S. 83
eje winter: Prosa / S. 86
Ulrich Bergmann: Prosa / S. 88

Debüt
Antonio Staude: Zweisprachiges Gedicht / S. 90
Anna Cäcilia Weinand: Gedichte / S.94

Cogito
Paul Pistea: über die gesetze der physik und modelle des universums /97

Rezensionen
Hildegard Ginzler: über Irena Wachendorffs Buch, „Grenzwort“, 2005, / S.113

Aus der Kulturszene
Hildegard Ginzler: Die Prinzessin Der Bahnhof/ S.114
Antonio Staude: Una Notte Italiana/ S.116
Barbara-Marie Mundt: Festival etnográfico / S. 119

Aktuell
Wolfgang Schlott: Fünfzig Jahre ästhetischer und politischer Widerstand: der Exil PEN Club Deutschsprachiger Länder im Lichte neuer Herausforderungen / S. 121
Carmen-Francesca Banciu: Wir brauchen Europa, und Europa braucht uns / S. 128 Umberto Eco ist 75. / S. 130

Forum

MATRIX 4/2017 (50) • Kreuz und quer – Lyrik aus Rumänien •

MATRIX_50_A MATRIX_50_BVor ein paar Tagen habe ich in Rumänien ehemalige Kollegen getroffen, um 40 Jahre seit unserem Uni-Abschluss zu feiern. Nachdem wir uns alle wiedererkannt hatten, ging man ziemlich rasch zum Wesentlichen über. Wie es schien, sollte jeder zuerst einige Kreuzchen auf dem Fragebogen seines eigenen Lebens machen. Ich war endlich brav geworden, wie meine Frau anmerkte, und beantwortete – wenn auch leicht irritiert – alle Fragen, ohne zu übertreiben oder jemanden vor den Kopf zu stoßen. Eine einzige Kollegin meinte jedoch, ich sei immer noch der gleiche Rebell wir vor 40 Jahren und sie lasse sich von meinem Gerede nicht an der Nase herumführen. Denn sie wisse, dass ich schreibe, und ihr Sohn lese Gedichte, sogar auf Deutsch, obwohl seine Stärke das Englische sei.
So war es: Einige waren echt froh, mich wiederzusehen. Was sie nicht glauben wollten, ist die Tatsache, dass ich kein Haus, keine Jacht, keine Jagdpacht oder zumindest einen Porsche besitze und in Deutschland als Verleger einen schweren Stand habe.
Dies erinnerte mich an die Zeiten, als unsere Eltern miteinander wetteiferten, wer die klügeren und erfolgreicheren Kinder hatte. Pech für meine Eltern, zumindest was mich betraf: Ich war zwar an Lesen, Rechnen und Sport interessiert, aber es reichte nicht. Das Rennen machten die wenigen, die bereit waren, sich die Vorträge und Meinungen unserer Lehrer wortwörtlich zu merken und zu wiederholen.
Meine Eltern haben dann doch akzeptiert, dass ich stets an anderem interessiert war, als festen Boden unter den Füßen zu haben. Irgendwie sind alle meine Verweigerungen mehr gewesen, als eine Art zu pennen. Im Gegenteil. Ich war nie zufrieden mit dem, was ich erreicht hatte. In Rumänien zum Beispiel, wo ich nach meinem Elektrotechnik-Studium statt Ingenieur Schriftsteller sein wollte. In Deutschland, wo ich mit einem Uni-Abschluss in der Tasche mein Brot jahrelang als Lagerarbeiter verdient oder mich integriert habe, wenn Sie es lieber so lesen wollen, bevor mir die liebevollen Damen und Herren von den „Human Resources“ eine qualifizierte Stelle als von Microsoft geprüfter und zertifizierter Systemingenieur anboten. Doch „Human Ressource“ wollte ich nie sein und habe mich als Verleger getarnt.
Sie werden es kaum glauben, aber trotz der Tatsache, dass ich mich auch als Verleger nicht besonders gut aufgehoben fühle, mache ich weiter. Entgegen allen Erwartungen. Gefragt wurde ich schon: Wie, warum, wieso, was steckt dahinter? Fragen tue ich selbst allerdings immer weniger. Es hat kein Sinn, ich mache sowieso weiter.
Ein Literaturverleger also, um genauer zu sein, der natürlich die Literatur des Landes, wo er geboren und, wenn überhaupt, erwachsen wurde, gut kennen sollte. Deswegen hatte ich zunächst auch kein Problem, eine Lyrik-Anthologie ins Auge zu fassen. Erst als ich anfing, konkret an eine Auswahl von Autoren und Texten heranzugehen, bemerkte ich, dass die Sache gar nicht so einfach war. Die „Anthologie“ ist mittlerweile zum „Versuch einer Anthologie“ geworden. Und demnächst werde ich wohl zu dem Ergebnis kommen, dass ich die rumänische Literatur nur oberflächlich kenne. Werde ich irgendwann einräumen müssen: Ich kenne die rumänische Literatur nicht? So lange werde ich bestimmt nicht warten.
Deshalb will ich versuchen, Ihnen mithilfe einiger (leider nicht sehr vieler) aus dem Rumänischen, aber auch aus dem Ungarischen, Aromunischen, Serbischen, Romanes und anderen Sprachen ins Deutsche übersetzter Texte sowie mithilfe (nicht weniger) deutsch verfasster Gedichte einen Blick auf Rumäniens Lyrik-Landkarte zu ermöglichen.
Nehmen Sie bitte als Maßstab nicht die im deutschen Sprachraum bekannten Schriftsteller aus Rumänien. Auch wenn dazu einige renommierte Autoren zählen wie Eugen Ionesco, Emil Cioran, Mircea Eliade, Norman Manea, Mircea Cărtărescu, Matei Vişniec, Ana Blandiana, Eginald Schlattner, Richard Wagner, Dieter Schlesak oder die Nobelpreisträgerin Herta Müller. Die Vielfältigkeit dieser Literatur kann höchstens geahnt werden, ohne ihren „Exoten“-Status zu vermindern.
Außerdem bitte ich Sie, die hier und in der nächsten Ausgabe gesammelten Texte nicht als eine Anthologie aufzufassen, sondern als eine Lyrik-Reise durch Rumänien, wie sie uns die Mittel, die Zeit, die Kräfte und das Glück erlaubt haben.
Unser Versuch, die Präsenz Rumäniens nicht nur bei der Leipziger Buchmesse, sondern allgemein in der Literaturszene des deutschen Sprachraums zu fördern, hat einen einzigen Grund: In Rumänien schrieb und schreibt man großartige Literatur, deren Bekanntheit immer noch schmerzlich auf sich warten lässt.
Die mehr als 170 Seiten Lyrik aus Rumänien (mit Gedichten von Daniel Bănulescu,  Nikolaus Berwanger, Denisa Comănescu, Iosif Costinaş, Aura Christi, Grigore Cugler, Rodica Drăghincescu, Mihail Eminescu, Ioan Flora, Emilian Galaicu Păun, Slavomir Gvozdenović, Emil Hurezeanu, György Mandics, Zsuzsanna M. Veress, Kira Iorgoveanu-Mantsu, Virgil Mazilescu, Ruxandra Niculescu, Nicolae Prelipceanu, Dieter Schlesak, Nichita Stănescu und Gelu Vlaşin) werden begleitet von Ulrich Bergmanns Reise durch „Die Monde der gelben Mitte“, Prosa von Gerhard Bauer und Bernd Kebelmann sowie einem Interview mit Bernd Kebelmann über sein Buch Blind Date mit Ägypten (gefragt hat Barbara Zeizinger). Wolfgang Schlott, Edith Ottschofski, Eric Giebel, Uli Rothfuss, Barbara Zeizinger und Roland Kaufhold besprechen neu erschienene Bücher von Badri Guguschwili, Micho Mossulischwili, Thomas Melle, Werner Streletz, Manfred Chobot und Dogan Akhanli.

In der nächsten Ausgabe setzen wir unsere Reise durch die rumänische Lyrik-Landschaft fort.

Eine spannende Lektüre wünscht Ihnen
Traian Pop

Es signiert:

• Daniel Bănulescu • Kreuz und quer – Lyrik aus Rumänien • Nikolaus Berwanger• Denisa Comănescu • Iosif Costinaş • Aura Christi • Grigore Cugler • Horst Fassel • Rodica Draghincescu • Mihail Eminescu • Ioan Flora • Emilian Galaicu Păun • Slavomir Gvozdenović • Emil Hurezeanu • György Mandics / Zsuzsanna M. Veress • Kira Iorgoveanu-Mantsu • Virgil Mazilescu • Ruxandra Niculescu • Nicolae Prelipceanu • Dieter Schlesak • Nichita Stănescu • Gelu Vlaşin • Wolfgang Schlott • Rainer Wedler • Ulrich Bergmann • Gerhard Bauer • Bernd Kebelmann • Barbara Zeizinger • Uli Rothfuss • Edith Ottschofski • Eric Gieebel • Roland Kaufhold •  

Editorial / S.4

Die Welt und ihre Dichter

• Kreuz und quer – Lyrik aus Rumänien •

Daniel Bănulescu • Drei Gedichte / S. 7
Nikolaus Berwanger • Drei Gedichte / S. 13
Denisa Comănescu • Fünf Gedichte / S. 24
Iosif Costinaş • Einiges von dem, was ich nicht verstehe . Ein Gedicht / S. 31
Aura Christi • Zehnte Elegie . Ein Gedicht/ S. 34
Grigore Cugler • Fünf Gedichte / S. 38
Horst Fassel • In vielen Sprachen zu Hause . Grigore Cugler (1903-1972) / S. 44
Rodica Draghincescu • Meinetwegen . Prosa als Gedicht / S. 50
Mihail Eminescu • Acht Gedichte / S. 62
Ioan Flora • Vier Gedichte / S. 74
Emilian Galaicu Păun • Ch-ău . Ein Gedicht / S. 85
Slavomir Gvozdenović • Acht Gedichte / S. 92
Emil Hurezeanu • Drei Gedichte / S. 101
György Mandics / Zsuzsanna M. Veress • Zwei Gedichte / S. 111
Kira Iorgoveanu-Mantsu • Sechs Gedichte / S. 119
Virgil Mazilescu • Zehn Gedichte / S. 125
Ruxandra Niculescu • Sechs Gedichte / S. 135
Nicolae Prelipceanu • Sieben Gedichte  / S. 139
Dieter Schlesak • Sechs Gedichte / S. 147
Nichita Stănescu • Vier Gedichte / S. 157
Gelu Vlaşin • Sechs Gedichte / S. 166

Die Monde der gelben Mitte
Ulrich Bergmann – 包悟礼 • Lie Zi und die Parabel vom Reh / S. 173

Atelier
Gerhard Bauer • Das Horn von Mars-la-Tour . Prosa / S. 180
Bernd Kebelmann • Grabräuber und Spione . Prosa / S. 187
Barbara Zeizinger • Gespräch mit Bernd Kebelmann über sein Buch Blind Date in Ägypten. / S. 191

Bücherregal
Wolfgang Schlott • Badri Guguschwili, Der Tag des Menschen. / S.195
Wolfgang Schlott • Micho Mossulischwili, Schwäne im Schnee. / S. 197
Edith Ottschofski • Thomas Melle, Die Welt im Rücken. / S. 200
Eric Giebel • Johann Lippet, Kopfzeile, Fußzeile. Gedichte&Variationen. / S. 203
Uli Rothfuss • Werner Streletz, unterwegs mit robert desnos. Der freieste aller Dichter. / S. 206
Barbara Zeizinger • Manfred Chobot, Franz -Eine Karriere. / S. 207
Roland Kaufhold • Dogan Akhanli, Verhaftung in Granada oder: Treibt die Türkei in die Diktatur. / S.210

MATRIX 3/2017 (49) • Kito Lorenc •

M_49_A_N M_49_B_NShort story der kanadischen Lyrik hieß der Hauptteil unserer letzten Ausgabe, der in einer kleinen, aber feinen Auswahl von Andrew Goldthorp und Stefanie Golisch englischsprachige Autoren aus Kanada vorstellte. Vertreten war, wie denn sonst, auch Margaret Atwood. Inzwischen wurde sie zur diesjährigen Trägerin des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels gewählt. In der Begründung des Stiftungsrats heißt es u. a.: „Die kanadische Schriftstellerin, Essayistin und Dichterin zeigt in ihren Romanen und Sachbüchern immer wieder ihr politisches Gespür und ihre Hellhörigkeit für gefährliche unterschwellige Entwicklungen und Strömungen.“
Dass unser Mitarbeiter Klaus Martens eine besondere Beziehung zur Atwood-Dichtung hat, ahnte ich, als wir uns über mögliche Nobelpreisträger für Literatur 2018 unterhalten haben. Nun bin ich mir sicher – und auch Sie können es anhand seines Beitrags nachvollziehen: „Atwood hatte mich als Leser ,an der Angel‘, ,am Haken‘. I was hooked. Das war’s schon. So knapp, so viel. Ein Liebesgedicht? Atwoods kleines Buch Power Politics stellt die Machtfrage im interpersonalen Bereich, so bereits hier am Anfang. Passen wir zusammen?, ist die Frage an den Partner. Passen wir ineinander wie der/dein (Kleider-)Haken in ein Knopfloch, ein Angelhaken in ein Auge? Werde ich wie ein Fisch ins Außen gezogen? Ein Fischhaken in meinem geöffneten Auge? Bedeutet dies die Liebesaufnahme, die Verbindung von zwei Personen als schmerzhafte, ja tödliche Gefangennahme bei vollem Bewusstsein? Der Liebesakt als Tötung.“ (Klaus Martens)

Ich geh, ich krieche / zum Grubenrand: / Was ist dir, Bruder / du steckst bis zum Hals / schon im Sand // Er spricht von unten: / Es ist so kalt, so dunkel / hier in der Grube. / Habt ihr es oben / warm in der Stube? (Es ruft aus dem Dunkel da unten, Kito Lorenc)
„Menschen sind Wesen, die sich nicht in schön gerahmte Bilder pressen lassen; jedenfalls nicht in den Gedichten von Kito Lorenc, der am 24. September 2017 im 79. Lebensjahr unverhofft in Bautzen verstorben war. Schon 1965 zeichnete der damals junge Literat aus der Lausitz im Gedicht Aber wenn ihr weint… ein poetisches Menschenbild, welches nicht nur den eckigen oder runden Rahmen des ,sozialistischen Realismus‘ sprengte.“ (Benedikt Dyrlich)
Über die Bereicherung der Weltliteratur durch Kito Lorenc wird wahrscheinlich erst demnächst richtig und laut gesprochen. Wir wollen in dieser Ausgabe mit einigen Texten sowie einigen Gedanken von Elke Erb und Benedikt Dyrlich an den verstorbenen Dichter erinnern.

Georgien wird nächstes Jahr Gastland auf der Frankfurter Buchmesse sein. Unser Wunsch, Ihnen einige herausragende Vertreter dieser Literatur zu präsentieren, ist immer noch so stark wie vor ein paar Jahren, als wir die ersten georgischen Autoren vorgestellt haben. In der vorliegenden Ausgabe ist es Guram Assatiani, „ein wahrer Ästhetiker und ein fantasievoller Literat vom Scheitel bis zur Sohle“, wie er von einem Kollegen charakterisiert wurde. So liebte man in Georgien, einen seiner bekanntesten Texte dort, haben wir für Sie, liebe Lesbierinnen und Leser, übersetzen lassen.

„Ihr Versuchsfeld für eine neue Gesellschaft stand auf dem Spiel. Indem die Hippie-Hochburg durch Außeneinwirkung immer
kaputter und zugleich kommerzieller wurde, kam es in der Allgemeinheit und selbst in der liberalen Jugendszene zu einem starken Imageverlust der Hippies. Dagegen wurden in den Medien die Kleidung und die Musik der Hippies zum gefeierten Modetrend. Anlass für die Begründer der Hippie-Bewegung, am 6. Oktober 1967 in San Francisco den Hippie symbolisch zu Grabe zu tragen. Der Sarg war angefüllt mit zwei Kilo Marihuana, Postern, Buttons und falschen Bärten – was so alles in ,Hippie-Shops‘ verkauft wurde. Doch mit diesem Abgesang konnte noch keiner ahnen, wie tief sich die Spuren der Hippie-Bewegung ins kollektive Bewusstsein gegraben hatten, wie nachhaltig sich ihre Ideen, wie entwicklungsfähig sich viele ihrer soziokulturellen und alternativen Ansätze erweisen würden…“ Wie das vor 50 Jahren war, schildert Peter Frömmig in seinen Erinnerungen an den Summer of Love von 1967. Sein Essay Vom Höhepunkt und Niedergang der Hippie-Bewegung ist nur zu empfehlen.

Johann Lippet, Abdelwahed Souayah, Traian Pop Traian, Liviu Tulbure (Bilder aus der Reihe „Memorial ’89“), Peter Vougar Aslanov (mit einer historischen Prosa über den Roten Oktober 1917), Michael Hillen, Ulrich Bergmann (diesmal mit grafischen „Texten“) und Ngo Nguyen Dung bestücken unsere Rubriken „Atelier“ und „Zeitgeschichte“.

Aus unserem Bücherregal haben wir diesmal Titel von Harald Gröhler (Eine Selbstmörderin),  Dennis Mizioch  (Thermoplastische Texte), Michael Hillen (Wundbilder), Florian Günther (Genug Zeit zu verlieren. Neue Fotos, gebrauchte Gedichte), Iris Wolff (So tun, als ob es regnet) und  Wsewolod Nekrassow (Ich lebe ich sehe) sowie aus dem Marbacher Katalog 69 (Rilke und Russland) ausgewählt. Barbara Zeizinger, Ulrich Bergmann, Helwig Brunner, Rainer Wedler, Uli Rothfuss und Wolfgang Schlott zeichnen die Buchbesprechungen.

Die nächste Ausgabe kommt ein bisschen spät, aber bald: mit vielen Texten aus Rumänien – als kleine Kostprobe zur Leipziger Buchmesse, bei der 2018 rumänische Autoren auf der Hauptbühne agieren.

Frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr wünschen Ihnen die Autoren und Redakteure von MATRIX!

Herzlich,
Traian Pop

Es signiert:

• Klaus Martens • Margaret Atwood • Kito Lorenc • Elke Erb • Benedikt Dyrlich • Guram Assatiani • Johann Lippet • Abdelwahed Souayah• Peter Frömmig • Vom Höhepunkt und Niedergang der Hippie-Bewegung Anna Letodiani • Traian Pop Traian • Michael Hillen • Liviu Tulbure• Vougar Aslanov • Ulrich Bergmann • Ngo Nguyen Dung • Helwig Brunner • Barbara Zeizinger • Uli Rothfuss • Wolfgang Schlott • Rainer Wedler •

Editorial / S.4

Die Welt und ihre Dichter

Klaus Martens • Repräsentierende Prosa / Militante Lyrik . Margaret Atwood. Ein subjektiver Überblick / S. 7

• Modernisierer sorbischer und deutscher Literatur •
Benedikt Dyrlich • In Erinnerung an den Dichter Kito Lorenc . Modernisierer sorbischer und deutscher Literatur / S. 17
Kito Lorenc • Acht Gedichte / S. 21
Elke Erb • Durch lauter gleich Frühnebeln schleiernde Hüllen / S. 30

• So liebte man in Georgien •
Anna Letodiani • Guram Assatiani  – Forscher des georgischen Charakters / S. 39
Guram Assatiani • So liebte man in Georgien / S. 47

Johann Lippet • Die Heiratsanzeige . Lebensläufe . Schriftsteller/Schriftstellerinnen . Prosa / S. 75
Abdelwahed Souayah • Vier Gedichte / S. 84

Zeitgeschichte
Peter Frömmig • Vom Höhepunkt und Niedergang der Hippie-Bewegung / S. 93
Traian Pop Traian • Sieben Gedichte / S. 101
Liviu Tulbure • Vier Bilder aus der Reihe Memorial ’89 / S. 103
Vougar Aslanov • Es ging nicht anders . Historische Erzählung / S. 115

Atelier
Peter Frömmig  • Neue Gedichte (2017) / S. 151
Michael Hillen • Zehn Gedichte / S. 159
Ulrich Bergmann • Innenansicht der Äußern Werte . grafische ‚Texte‘ / S. 169
Ngo Nguyen Dung • Schnee in meinen farblosen Träumen . Prosa / S. 177

Bücherregal
Barbara Zeizinger • Harald Gröhler, Eine Selbstmörderin / Samobójczyni. / S.187
Ulrich Bergmann • Thermoplastische Texte . Gebrauchsanweisung zum Verständnis gegenwärtiger Dichtung am Beispiel von „istanbul. eine matrjoschka“ von Dennis Mizioch  / S.189
Helwig Brunner • Michael Hillen, Wundbilder./ S.192
Rainer Wedler • Marbacher Katalog 69 | Rilke und Russland. / S.196
Ulrich Bergmann • Florian Günther, Genung Zeit zu verlieren. Neue Fotos, gebrauchte Gedichte. / S. 198
Uli Rothfuss • Iris Wolff, So tun, als ob es regnet. / S.201
Wolfgang Schlott • Wsewolod Nekrassow, Ich lebe ich sehe. / S.203

 

MATRIX 2/2017 (48) • Short story der kanadischen Lyrik •

MATRIX 48MATRIX 2/2017 (48)

Kein Land kann tatsächlich die Heimat eines Menschen sein. Unser Heimatland ist, wie die Bibel sagt, der Himmel. Hier aber, unter dem Himmel, sind wir, wo immer wir leben, in der Lage von Exilanten. „Fremdlinge“ also sind wir und immer unterwegs. Natürlich ist jeder Mensch mit dem Ort seiner Geburt verbunden, der Gegend, wo er aufgewachsen ist. Auch mit der Sprache, der Geschichte seines Landes, dessen Traditionen. All dies macht seine Identität aus. Diese Identität aber ist eine gegebene, keine, die man bewusst wählen kann. Also kann niemand seine Zugehörigkeit zu einem bestimmten Land als persönliches Verdienst betrachten. Man kann demnach nicht stolz darauf sein, ein Deutscher zu sein, wie man auch nicht auf blaue Augen stolz sein kann.
Die Tatsache, ein Deutscher zu sein, muss ohne Eitelkeit, ohne Überheblichkeit, auch ohne Minderwertigkeitskomplexe angenommen werden. Aber ein Deutscher zu sein (oder ein Angehöriger irgendeiner anderen Nation) impliziert nicht nur Loyalität, sondern auch Verpflichtungen. Und kommt man denen nicht nach, läuft man Gefahr, sich menschlich – und nicht im strengen Sinne „patriotisch“ – zu disqualifizieren. Was auch für die Parteien zutrifft, ob die Roten, die Grünen, die Gelben, die Blauen, die Schwarzen, die uns eigentlich vertreten sollten. Ehrlich gesagt, fühle ich mich in keinem Fall vertreten, von keinem der gewählten Farbenträger oder -bekenner. Ich hätte mir gewünscht, dem wäre nicht so, aber wie im Leben werden auch in der Politik die Farben immer wieder verstärkt, geschwächt, gelöscht, vermischt, verwechselt, vertuscht, verfälscht, gekauft, verkauft …

Vertreten fühle ich mich deshalb hauptsächlich von der Literatur. Sei sie aus der Türkei, aus Georgien, aus Rumänien, aus Russland, aus Korea, aus dem Iran, aus den USA, aus Deutschland, woher auch immer: Hauptsache Literatur. Nicht mehr, aber auch nicht weniger als LITERATUR.
Manchmal schaffen wir es – mein Team und ich –, Ihnen Literatur zu vermitteln. Wenn es so ist, können Sie davon ausgehen, dass die Werke, die in MATRIX zu Wort kommen, zu den Vertretern der von uns anerkannten Republik der Literatur und Kunst zählen.

Einer davon, der große karibische Dichter Derek Walcott, wurde 1988 von Klaus Martens für Deutschland entdeckt. Martens war bis zur Jahrtausendwende sein deutscher Übersetzer, er war dem Nobelpreisträger von 1992 aber auch als sein Gastgeber freundschaftlich verbunden. Er verfolgte den weiteren Weg des Dichters, der nicht einfach gewesen ist, mit großem Interesse bis zu dessen Tod am 17. März 2017 auf seiner Insel St. Lucia.

Short story der kanadischen Lyrik heißt der Hauptteil dieser Ausgabe. Eine kleine Auswahl, die Andrew Goldthorp und Stefanie Golisch zusammengestellt haben, repräsentiert einen Querschnitt von Gedichten, die exemplarisch für die Suche nach einer genuin kanadischen Identität begriffen werden können ‒ einem Paradoxon, wenn man bedenkt, dass die Wurzeln der weitaus meisten Kanadier in andere Länder und Kulturkreise reichen. Vertreten durch eigene Texte sind die englischsprachigen Autoren: Pauline Johnson, E. J. Pratt, A. M. Klein, Irving Layton, Al Purdy, Leonard Cohen, Margret Atwood, Gwendolyn MacEwen, Kevin Irie und Bruce Meyer.

„An den rostig-weißen Mauern von Cartagena
liest eine Palme dem Sand aus der Hand,
doch die Linien vergehen schnell; »Malagueña«
kratzt eine strohbehütete Band,
und ein Hahn stolziert mit Quetzalcoatls Federn,
und die rußigen Büschel der Palmen sind Braten
am Spieß von Briganten, ganz wie im Hilton.“

Ay, caramba, Gringo! / wie New York ist‘s, findste nicht? … Derek Walcott ist nicht nur durch die Erinnerungen seines Freundes Martens, sondern auch mit drei von ihm ins Deutsche übersetzten Gedichte vertreten.

Erst nach dem Tod des polnische Poeten Cyprian Kamil Norwid wird der unvergleichliche Wert seines Dichtens erkannt und von Zenon Przesmycki und der Krakauer Avantgarde entsprechend gewürdigt. Peter Gehrisch versucht, ihn uns nahe zu bringen durch seine raffinierten Übersetzungen und einer ausführlichen Einführung.

Das Werk des iranisch-deutschen Dichters SAID bewegt heute mehr denn je, findet Maryam Aras und gratuliert SAID zu seinem siebzigsten Geburtstag. In seiner Lyrik und seinen Essays reflektiert er beharrlich das Leben im Exil, sein mal liebevolles, mal leidvolles Verhältnis zur deutschen Sprache und zu seinem Europa, dessen Idealen er sich trotz der aktuellen Politik verbunden fühlt.
Theo Breuer ist wieder dabei, diesmal mit Collagen. Denisa Comănescu, Arzu Demir, Kira Iorgoveanu-Mantsu, Emil Hurezeanu, Horst Samson, Viorel Marineasa, Adriana Carcu, Barbara Zeizinger und Charlotte Ueckert ergänzen unser dichterisches Weltpanorama.

„Übersetzen ist ein Grattanz, den man ins dialektische Gleichgewicht bringen muss, um sich nicht zu verirren in der Wüste der Akribie oder in einem Amazonas leerer Phantasie.“ meint Ulrich Bergmann  und versucht dies zu belegen durch „Ein kleines Gedicht und viele Übersetzungen“.

„Am Tag, als mein Vater verschwand, stand ich im Examen, hatte einen halben Vormittag in einem Göttinger Prüfungsamt verbracht und war dann mit meiner Freundin spazieren gegangen, um den Kopf auszulüften…“ Ob der Vater Klaus Martens tatsächlich an diesen Tag – und überhaupt – verschwunden ist, möchte ich – schon nach den ersten Seiten – gar nicht mehr wissen, so hält mich der Text gefangen. Ein Auszug aus dem Roman finden Sie in unserem unter dem Namen „Atelier“ bekannten Vorschaufenster.

Wolfgang Schlott, Anneliese Merkel,  Stefanie Golisch, Peter Frömmig, Katharina Kilzer,  Ulrich Bergmann, Rainer Wedler, Uli Rothfuss, W. Gunther le Maire haben wieder interessante Rezensionen geschrieben.
Traian Pop

Es signiert:

• Klaus Martens • Derek Walcott • Cyprian Kamil Norwid • Peter Gehrisch •Andrew Goldthorp • Stefanie Golisch • Short story der kanadischen Lyrik • Pauline Johnson • E. J. Pratt • A. M. Klein • Irving Layton • Al Purdy • Leonard Cohen • Margret Atwood • Gwendolyn MacEwen • Kevin Irie  • Bruce Meyer • Said • Theo Breuer • Denisa Comănescu • Emil Hurezeanu • Viorel Marineasa • Adriana Carcu • Barbara Zeizinger • Kira Iorgoveanu-Mantsu •Arzu Demir • Charlotte Ueckert • Anneliese Merkel • Katharina Kilzer • Uli Rothfuss • Wolfgang Schlott • Rainer Wedler • Peter Frömmig • W. Gunther le Maire •

Editorial / S.4

Die Welt und ihre Dichter

• Short story der kanadischen Lyrik •
Andrew Goldthorp und Stefanie Golisch • Short story der kanadischen Lyrik / S. 7
Pauline Johnson • The Song My Paddle sings . Das Lied, das mein Paddel singt / S. 12
E. J. Pratt • Erosion . Erosion / S. 16
A. M. Klein • Heirloom . Erbstück / S. 22
Irving Layton • A Tall Man Executes a Jig . Ein großer Mann führt einen Freudentanz auf / S. 24
Al Purdy • Roblin’s Mills. Roblin’s Mills / S. 32
Leonard Cohen • A Kite is a Victim . Ein Drache ist ein Opfer / S. 38
Margret Atwood • Game After Supper . Spiel nach dem Abendbrot / S. 40
Gwendolyn MacEwen • Dark Pines Under Water . Dunkle Kiefern unter Wasser / S. 42
Kevin Irie • Immigrants: The Second Generation . Emigranten: die zweite Generation / S. 44
Bruce Meyer • The white flower . Die weiße Blume / S. 48
Short story der kanadischen Lyrik . Kurzbiographien der Autoren / S. 50

• Derek Walcott •
Klaus Martens • Kleine Rückschau auf Derek Walcott (1930-2017) / S. 52
Derek Walcott • Drei Gedichte / S. 61

• Cyprian Kamil Norwid – der unergründliche Kosmos •
Peter Gehrisch • Cyprian Kamil Norwid – der unergründliche Kos-
mos . Versuch einer ersten Einführung / S. 68
Cyprian Kamil Norwid • Vier Gedichte / S. 73
Said • tage voller verlangen . Ein Gedicht / S. 79

Theo Breuer • Visuellpoetische Collagen / S. 82
Denisa Comănescu • Fünf Gedichte, rumänisch und in deutscher Übersetzung / S. 89
Arzu Demir • Sechs Gedichte / S. 107

Die Monde der gelben Mitte

Ulrich Bergmann – 包悟礼 • Ein kleines Gedicht und viele Übersetzungen / S. 119

Atelier
Kira Iorgoveanu-Mantsu • Sechs Gedichte/ S. 131
Emil Hurezeanu • Sechs Gedichte/ S. 137
Horst Samson • Sechs Gedichte/ S. 147
Viorel Marineasa • Partoş–Europa, hin und zurück . Prosa / S. 153
Adriana Carcu • Ein altes Haus . In Curtici, zwischen den Welten . Marion . Prosa / S. 157
Klaus Martens • Das Übliche, mit Variationen . Prosa / S. 165
Barbara Zeizinger • Sommerschweigen . Prosa / S. 175
Charlotte Ueckert • Die Fremde aus Deutschland . Prosa / S. 179

Bücherregal

Wolfgang Schlott • Salman Nurhak, … nur die Liebe. 66 Gedichte. / S.185
Anneliese Merkel • Ilse Hehn, Sandhimmel, Lyrik und Übermalun-
gen. / S. 188
Stefanie Golisch • Hans-Jörg Dost, Orte zu leben. / S. 191
Peter Frömmig • Florian Günther, Genug Zeit zu verlieren. Neue Fotos, gebrauchte Gedichte. / S. 193
Katharina Kilzer • Hellmut Seiler, Dieser trotzigen Ruhe Weg. / S. 196
Ulrich Bergmann • David Krause, Die Umschreibung des Flusses. / S. 199
Rainer Wedler • Ruth Langen-Wettengl, Zugabe. Kunst in der
Deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt am Main. / S.203
Rainer Wedler • Burkhard Fuhr, Schafe. / S.205
Uli Rothfuss • Ralph Dutli, Die Liebenden von Mantua. / S.207
W. Gunther le Maire • Harald Gröhler, Eine Selbstmörderin / Samobójczyni. / S.209

MATRIX 1-2, 1-2/2005

3937139141.3

 

 

 

 

 

 

Editorial 1

Schiller: Nänie  / 3
Ulrich Bergmann: Warum ich Schiller liebe / 4
Die Dichter dieser Welt
Gregor Laschen: Gedichte 8
Rodica Draghincescu: Interview / 11
Michel Butor / S.11
Yves Bonnefoy / S. 16
Kurt Drawert / S. 21
Cristina Castello / S. 27
Olga Martynova / S. 31
Gérard Blua / S. 34
Sandrine Rotil-Tiefenbach / S. 38
Eginald Schlattner / S. 41
Dieter Schlesak / S. 45
Volker Demuth / S. 50
Arne Rautenberg/ S. 53
Jan Koneffke Bukarester Tagebuch / 58
Leuchttürme
Nichita Stanescu: Gedichte / S. 67
Grigore Cugler: Prosa / S. 73
Essay
Dieter Schlesak Metapoesie der Roten Zeit. Umkehr des Totalitären zum Einen / S. 76
Edith Konradt: Im Auge der Abgottschlange. Splitter einer verdrängten Geschichte / S. 84
Atelier
Valérie Rouzeau: Gedichte / S. 99
Rainer Wedler: Prosa / S. 106
André Schinkel: Prosa/ S. 112
Günter Ruch: Prosa / S. 118
Traian Pop Traian: Theater / S.123
PAPI: Ein Styx-Inter-View mit Johannes Poethen /131
Signum
Ulrich Bergmann: Prosa / S.133
Anita Riede: Prosa /S. 135
eje winter: Prosa / S.137
PAPI: Manchmal später / S. 139
Francisca Ricinski: Prosa / S. 143
Wortspiegel
Bruno Kartheuser: Gedichte  (deutsch/französisch) / S. 146
Neue Lyrik 2005
Armin Steigenberger: Gedichte / S. 150
Debüt
Mareike Rumpf: Prosa / S. 153
Rezensionen
Francisca Ricinski-Marienfeld über: Günter Ruch, Burg Hammerstein, Bertelsmann 2004 / S. 159
Mircea Pop über: Daniel Bãnulescu, Schrumpeln wirst du wirst eine exotische Frucht sein, Wien, edition per procura, Lana, 2003 / S. 160
Ingmar Bransch
über: Ilse Hehn, Lidlos, Holzer Verlag, 2003 / S. 162
Aus der Kulturszene
Francisca Ricinski Marienfeld über:
Inger Christensen, Lesung / S. 164
Vernissage „Confluentes II“ / S. 165
Ulrich Bergmann über: „King Arthur“ v. Henry Purcell / S. 167

Wedler, Rainer

Rainer Wedler, Jg. 1942, fuhr nach dem Abitur als Schiffsjunge in die Türkei, nach Algerien und Westafrika. Promotion über Burleys „Liber de vita“. Lyrik, Kurzprosa, Roman. Bisher sind sechzehn Titel erschienen, zuletzt die Prosasamlung Es gibt keine Spur. Zahlreiche Beiträge in verschiedenen Literaturzeitschriften, u.a. in Allmende, Die Horen, Das Gedicht, Neue deutsche Literatur, Matrix, Bawülon… Mehrfach ausgezeichnet, zuletzt mit dem Preis des Rilke-Festivals Sierre. Wedler ist Mitglied des deutschen PEN.